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Von den Meistermachern und den Dankbaren




Bericht: Dirk Morat                             


Von den Meistermachern und den Dankbaren

Wir schreiben den 12. März 2016 und die dritte Mannschaft des TVS hat drei Spieltage vor Schluss 5 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten, den TuS Hüfingen II. Schon wochenlang wird die Anfrage von Dagobert Maier eines geeigneten Meisterbildes diskutiert. Das anstehende Spiel beim TTC Villingen scheint reine Formsache, in der WhatsApp-Gruppe überschlagen sich die Superlative:

„Geh jetzt Sekt kaufen“ – „Sekt gehört bei so einer Feier unter der Dusche einfach dazu“ - „Werde nicht jeden Tag Meister“ – „Soll ich den halben Kasten mitnehmen?“ à „Für die Hinfahrt sollte er reichen“.

Der anschließende letzte Hinweis in dieser Diskussion vom Präsident „erst nach dem Spiel, Kollegen“ ließ die Konzentration wieder etwas ansteigen, um die anstehende – nicht zu unterschätzende Aufgabe – siegreich zu Ende bringen zu können. Ein Sieg war für die vorzeitige Meisterschaft notwendig, zum Schluss wurde es ein 8:8. Meisterfeier verschoben, kein Problem. 4 Punkte Vorsprung, 2 Spiele bleiben.

Allerdings stand nur eine Woche später das direkte Duell gegen den Tabellenzweiten und die mit Abstand beste Mannschaft der Liga, dem TuS Hüfigen II, an. Mit satten 425 TTR-Punkten mehr trat Hüfingen in St. Georgen an und sicherte mit einem 9:5-Erfolg die letzte Mini-Chance auf den Titel. Nun blieben noch zwei Punkte Vorsprung und im letzten Spiel in Donaueschingen musste mindestens ein Unentschieden her.

Nach dem 9:0 in der Vorrunde und nach dem Tabellenstand zu urteilen (1. gegen 8.) war dies auf dem Papier (abermals) reine Formsache. Aber dass Donaueschingen besser ist als auf dem Papier, wussten wir schon vorher und erfuhren es vor Ort auf dramatische und nahezu bittere Weise.

Wie so oft fing es mit den Doppeln an. Das Doppel 1 Losch/Fries war überwiegend mehr Fries gegen alle und folgerichtig mussten sich die beiden dem Donaueschinger Duo Vegas/Zuber geschlagen geben. Doppel 2 Hackenjos/Morat knüpfte zeitweise an die Doppel-Gala gegen Bonndorf an und holte gegen das Spitzendoppel der Gastgeber Duffner/Ketterer einen wichtigen Punkt. Das Doppel 3 mit Frank Schreiber und Jens Hackenjos war die erwartete Bank gegen Kleimaier/Muscat und brachte die Dritte auf Kurs.

Vorne führte Rolf schon 2:1 gegen Christian Ketterer, dann aber zeigte dieser was er schon im Doppel angedeutet hatte: Rolf’s Spiel war wie maßgeschneidert für ihn und Rolf hatte in den folgenden beiden Sätzen keine Chance mehr. Edelreservist Frank Schreiber konnte aber mit einer ganz starken Leistung, eisernen Nerven und ein paar Faulen den Donaueschinger Spitzenspieler hauchdünn im fünften Satz bezwingen.

In der Mitte und hinten wollten wir dann eine Vorentscheidung herbei führen. Jens gegen Vegas begann genau nach diesem Motto, dann aber fand sein Gegner ins Spiel und genauso knapp wie Frank gewonnen hat, musste Jens seinem Gegner den Vortritt lassen. Bei Dirk gegen Zuber gab es viereinhalb Sätze lang genau ein Mittel das funktionierte: Aufschlag à Bombe. Zum Schluss hebelten jedoch die Bomben alle Gesetze der Gravitation aus und flogen mehr horizontal oder gar konkav in Richtung Sonnenuntergang. 3:4 – wir brauchen jetzt Punkte.

Im hinteren Paarkreuz kamen die auch, aber die erwarteten Spaziergänge waren es nicht. Präsi Fries steigerte seine Leistung im Vergleich zum Doppel um ca. 7543644971% und siegte noch relativ souverän gegen Kleimeier. Losch gegen Muscat war jedoch ein Fight der Marke Bärenstark. Muscat entpuppte sich als unkonventionell, aber quasi fehlerfrei – was unweigerlich zu Marathon-Ballwechseln à la Kieninger-Böttcher führte, nur Kontern statt Schupfen. Nops pfiff aus dem letzten Loch, aber am Ende kämpfte der den Jungspund im fünften Satz nieder.

Vorne wiederholte sich die Szenerie aus dem ersten Durchgang. Rolf konnte nicht so recht, Frank holte die Kohlen aus dem Feuer. Gegen Ketterer holte er einen richtungsweisenden Punkt und mauserte sich vom Edelreservisten zum Meisterhelden. Chapeau.

In der Mitte gab es in der zweiten Runde nicht viel zu erzählen. Dirk Morat indiskutabel schlecht gegen Vegas. Auch Jens verlor klar, so dass wir mit 6:7 in Rückstand gerieten. Jetzt musste es das hintere Paarkreuz richten. Nops tat dies recht souverän mit 3:0, aber in knappen Sätzen musste er alles zeigen.

Nun lag es am Vorstand selbst gegen Muskat den entscheidenden achten Punkt zu holen. Auf das Schlussdoppel wollte es keiner ankommen lassen, am wenigsten der Dunder selbst – was den Druck nicht unbedingt minderte. Im ersten Satz ging es dann gleich richtig zur Sache. 11:3 Abschuss für Stephan, geladen wie eine Schrotflinte war er. Anstatt wild drauf los zu ballern, verfeuerte er seine Munition dann aber gezielt und hoch konzentriert, so dass er sich eine 2:1-Führung erspielte. Im vierten Satz dann wieder die Wende, Muscat führte bereits 10:6 und keiner von uns wollte diesen fünften Satz sehen, denn alle wussten, wie er ausgehen würde. Das wusste auch Stephan, deshalb holte er sich Punkt um Punkt – einfach sechs in Folge. Und machte die Meisterschaft perfekt.

Das Schlussdoppel – geschenkt. 8:8 reicht. Meister. Malle. Nach wie vielen Jahren? Es kann sich keiner mehr erinnern, aber erinnern wird man sich an die Meistermacher: Frank Schreiber, Stephan Losch und Stephan Fries. Ihnen sind wiederum Rolf Hackenjos, Dirk Morat und Jens Hackenjos auf ewig dankbar (wenngleich wir immerhin im Doppel was beigetragen haben). Und dankbar sind natürlich auch Meister in Abwesenheit: Christoph Rosenfelder, Andreas Jäckle und Bruno Haas.

Nun hatten wir auch endlich Verwendung für diesen Sekt. Und was es auf Malle alles zu trinken gibt, darüber berichtet vielleicht ein anderer. Über mehr aber nicht.

 

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