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Wein isch fein! (Himmelfahrtswanderung 2019)

Bericht: Rolf Hackenjos                 


Wein isch fein! ( Himmelfahrtswanderung 2019 )

 

 

Rückblick: der Mai 2018 hatte 31 Tage, was jetzt noch nicht wirklich ungewöhnlich ist. Sehr ungewöhnlich hingegen war die Tatsache, dass an 30 von 31 Tagen traumhaftes Sonnenscheinwetter herrschte – es gab tatsächlich nur einen einzigen Tag im Mai, der kalt, ungemütlich und nass war. Und just auf diesen einen Schmuddeltag organisierte Kassierer Rolf H. den Abteilungs-eigenen Himmelfahrts-Trip 2018 auf die Insel Reichenau. Zwar holten die Tischtennisler damals noch das maximal Mögliche aus dem Dreckswetter-Tag heraus, dennoch blieb hinsichtlich der Connections zum Wettergott ein nachhaltiges „Gschmäckle“.

Diese Erfahrung veranlasste die Tischtennisabteilung, für dieses Jahr die Organisation der Wanderung an die Handballer out zu sourcen. Da diese Kameraden in Sachen Himmelfahrtswanderung eh noch so einiges gut zu machen hatten, investierten sie wahrscheinlich ein Vermögen in Wolken-Vertreibungs-Substanzen; und zwar erfolgreich: strahlend blauer Himmel und Temperaturen wie auf Malle.

Ziel war der traumhaft schöne „Kaiserstuhl“, ein wahrliches Paradies auf Erden. Sakrisch früh startete der vollbesetzte Luschin-Bus um 7:00 Uhr an der Robert-Gerwig-Schule, von den 53 Insassen waren es derer 11 aus der Tischtennis-Fraktion, noch etwas mehr Man Power brachten die Handballer an den Start. Immer wieder faszinierend und zugleich auch erschreckend ist das Phänomen, wie manche Menschen ( bevorzugt die der männlichen Gattung ) noch mitten in der Nacht ein oder gleich mehrere Fläschchen Hopfengebräu in ihren Rachen verschwinden lassen  – unfassbar!

Erstaunlicherweise ohne Zwischenhalt erreichte die lustige Reisetruppe kurz vor 9:00 Uhr den weltbekannten Winzerort „Ihringen“, von dort aus machten sich die TV-ler in mehr oder weniger großen Gruppen auf die Suche nach den zahlreichen Einkehrmöglichkeiten der Tour. Übrigens: „Einkehrmöglichkeiten“ ist im Vorfeld der Himmelfahrtswanderung mit einem Anteil von 92% der mit Abstand meist-gegoogelte Begriff sämtlicher Teilnehmer hinsichtlich des bevorstehenden Events.

Für die 16 Kilometer zum Zielort „Königschaffhausen“ standen insgesamt nur 10 Stunden Zeitressourcen zur Verfügung; für Insider mit langjähriger Himmelfahrt-Erfahrung war gleich klar: das könnte eng werden! Der Blick auf den von Hauptorganisator Bernhard Lobmeier ( dem an dieser Stelle durchaus der erste Teil seines Nachnamens gebührt / ebenso wie natürlich Volker Friebe ) verteilten Routenzettel offenbarte vier verlockende Tank- und Rastanlagen, realistisch sind erfahrungsgemäß der Besuch derer drei. Somit waren folgende Parameter vorgegeben:

Reine Gehzeit: ca. 4 Stunden / Maximalverweildauer pro Einkehrschwung: ca. 2 Stunden

Für eine ordentliche Mahlzeit, 2-3 Bier, Toilettengang, sowie 2-3 Runden Jule sind zwei Stunden ein Hauch von Nichts. Somit stand die Truppe von Beginn an unter spürbarem Zeitdruck. Gleich vorweg: jegliche Bedenken diesbezüglich waren völlig unbegründet, wurde der Bus doch am Ende souverän um 18:59 Uhr auch ohne Laufschritt  erreicht.

Als erster Einkehrschwung war ursprünglich das Waldfest bei der „Enseltalhütte“ geplant, dummerweise startete dies erst um 11:00 Uhr, was selbst für die sonst eher Konditions-schwachen TT-ler zu viel Zeit war: für 4 Kilometer zwei Stunden Gehzeit, geht gar nicht. So war es trotz bewusst lahmem Trödelgang halt erst 10:30 Uhr bei Erreichen der Waldfest-Lichtung. Anstatt Bier zapfen und Pommes frittieren lauschte das Fest-Personal andächtig der frommen, gottesdienstlichen Salven. Die Tischtennisler harrten einige Minuten der Hoffnung auf das finale Vaterunser, mussten sich dann aber doch eingestehen, dass still dasitzen ohne Bier vor der Brust nicht wirklich der Sinn des Tages sein konnte. Folglich marschierte die Gruppe mit knurrenden Mägen und trockenen Kehlen weiter durch die lieblichen Weinberge.

Lange dauerte es aber nicht, da war sie dann gefunden, die erste Rastanlage: das Hotel-Restaurant „Rebstock“ in einem Ort mit dem bezaubernden Namen „Bickensohl“. Die Kreativabteilung der Wanderer rätselte schnell darüber, wie ein Bickensohler Poet seine Heimat in dichterischer Form würdigen könne. Auf „Bicken“ fielen dem geneigten Manne ja durchaus Worte ein, die sich reimen, aber auf „Sohl“? Anfängliche Zickereien der Wirtsleute ob des Wunsches nach kameradschaftlichem Tische-Zusammenrücken wurden schließlich mit Verweis auf  eine üppige Einnahmesteigerung in der Mai-BWA der Lokalität erfolgreich aus der Welt geräumt. Als die erste Fuhre Weizenbier und Wein der hellen Sorte aufgetischt war, wurden die Gläser erhoben und es erschallte laut aus allen Kehlen „Wir trinken auf Euer Wohl, ihr lieben Leut von Bickensohl“

Warum können die Tischtennisler in einer Wirtschaft nicht einfach mal nur hinsitzen, etwas trinken und miteinander kommunizieren, wie  andere Menschen auch? Warum muss Linkshänder Michael Hess immer seinen verdammten Würfelbecher mit drei Würfeln auspacken? Diese Frage stellt sich speziell der Verfasser dieser Zeilen insbesondere jetzt genau in diesem Moment, da draußen herrliches Wetter herrscht und jeder halbwegs vernünftige Mensch entweder im Garten grillt, oder mit Freunden eine Halbe im Biergarten genießt. Aber nein – gewisse Himmelfahrtswanderer müssen in ihrer dunklen Bude hocken und sich den Kopf zermalmen, wie das Geschehene am besten in Worte zu fassen sei, weil sie beim „Jule“ verloren haben.

Andere Jule-Verlierer wiederum dürfen sich darüber streiten, ob sie lieber ein Gläslein  40-Prozentiges ausschlürfen oder für dieses Gläslein löhnen wollen. Die Rede ist von Patrick Hartmann und Michael Kisch, die sich aufopferungsvoll für den Genuss ein paar edler Tropfen entschieden.

Haben Sie, lieber Leser,  schon mal den Begriff „Gretchenfrage“ gehört? Wir ja! Seit Himmelfahrt wissen wir nun auch, wie die Gretchenfrage aller Gretchenfragen lautet: „Welchen Schnaps nehme ich?“ Für Patrick war diese Frage eher eine sofortige Antwort: „Gretchen Schwarzwald Dry Gin mit Eis und Zitrone“. Was für ein Name – die haben´s echt drauf in Bickensohl!

Nachdem die durchschnittliche Verweildauer von 2 Stunden exakt eingehalten wurde, ging es fußläufig auf dem „Bienenfresserpfad“ weiter. Auch wenn es sich eher nach einem gefährlichen Raubtier anhört, handelt es sich bei diesem Insektenfutterer leider nur um ein harmloses Federvieh der Gattung „Specht“. Insofern war der Pfad dann auch deutlich weniger gefährlich, wie wir insgeheim erhofft hatten.

Der nächste Durst ließ nicht lange auf sich warten, genauso wie Einkehrmöglichkeit Nr. 3: der Vatertagshock der Winzergenossenschaft Oberrottweil. Allein die Bezeichnung „Vatertagshock“ weckte erheblich Vorfreude, die auch keinesfalls enttäuscht wurde. Auf der Agenda stand qualitativ hochwertiger Traubensaft, der von allen Anwesenden stilecht in der Zwei-Finger- Glashalttechnik eingenommen wurde. Auch hier waren die zwei Stunden äußerst knapp bemessen, gab die Weinkarte doch deutlich mehr her, als der Gaumen in der knapp bemessenen Verweildauer aufnehmen konnte.

Die letzten paar Kilometer gen Königschaffhausen konnten schließlich frohlockend beschwipst im Angesicht der tief stehenden Sonne in Angriff genommen werden.

Langsam eintretende Orientierungs-Schwierigkeiten sorgten dafür, dass die finale Trink-Gelegenheit ( Kirschenhof Königschaffhausen ) deutlich kürzer als zwei Stunden beehrt wurde; der guten Laune tat dies jedoch keinen Abbruch.

Auf der Bus-Heimfahrt zeichnete sich schnell das klassische „Entweder/Oder“-Verhaltensmuster nach solchen Events ab: entweder laut gröhlend mit dem in der Hand, was vom Kirschenhof mitzunehmen war, oder tief schlafend in Koma-ähnlichem Zustand.

 

Fazit: der Kaiserstuhl ist immer eine Reise wert und wer nicht mit dabei war, ist selber schuld!

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