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Herren 1: TV St.Georgen – TV Ehingen 30:23 (14:9)

  • 29 Okt

Der Frust nach zwei Niederlagen in Folge war bei den Bergstädtern groß. Besonders die Niederlage gegen die HSG Dreiland, die bis dato noch nicht gewinnen konnte schmerzte die Bergstädter sehr. Im Lager der Jungs vom Roßberg hoffte man auf einen Befreiungsschlag. Was die St.Georgener dann aber im vergangenen Heimspiel gegen den Tabellenzweiten aus Ehingen ablieferten ist wohl kaum in Worte zu fasen.

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase nahmen die Bergstädter, die weiter auf Jan und Lukas Holzmann, Thule Laabs und Jannik Kaltenbach verzichten müssen das Heft in die Hand und stellten von 3:3 auf 7:3. Nach dieser Phase musste mit dem bis dato stark aufspielenden Jannik Waller ein weiterer St.Georgener Spieler mit einer Sprunggelenksverletzung vom Feld. Auch diese Schwächung steckten die Bergstädter souverän weg und erhöhten den Abstand zum TV Ehingen kontinuierlich. Leidenschaftlich und mit großem Kampfgeist verteidigten die Gastgeber die Ehinger Angriffe. Während die starke Defensive die Vorarbeit leistete, wuchs Joel Erdrich im St.Georgener Tor über sich hinaus. Der Keeper machte den Hegauern reihenweise klarste Torchancen zu Nichte. Nach dem zwischenzeitlichen 14:7 konnten die Ehinger beim 14:9 zur Pause immerhin noch den Anschluss halten.

„Wir haben extrem gut verteidigt. Joel hat der Partie mit seinen Paraden den Stempel auf gedrückt. Die Ballgewinne haben wir effektiv in Tore umgewandelt. Endlich konnten wir von Beginn an an unsere Leistungsgrenze gehen.“ – so ein zufriedener Trainer Jürgen Herr.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Doppelpack vom zehnfachen Torschützen Niklas Holzmann, der stellenweise nach Belieben traf. Manuel Bürk sah nach einem Zweikampf mit Ehingens Raphael Renz die rote Karte, Renz musste nach dieser Situation lediglich die Zeitstrafe absitzen. Doch auch in der Folge ließen die Bergstädter ihre größten Kritiker verstummen. Häufig wird das St.Georgener Angriffsspiel auf die Dienste des Toptorschützen Bürk reduziert. Auch darauf hatten die Jungs vom Roßberg an diesem Abend die richtige Antwort. In der folgenden Phase wusste vor allem Theo Assfalg zu überzeugen, der über die Außenposition oder den Tempogegenstoß in knapp 15 Minuten fünf Mal erfolgreich abschließen konnte und am Ende der Partie acht Treffer verbuchte. St.Georgen spielte die Gäste aus dem Hegau regelrecht an die Wand und führte zwischenzeitlich 25:13. Angetrieben von über 300 Zuschauern in der St.Georgener Roßberghalle, die für eine sensationelle Stimmung sorgten, steuerten die Bergstädter ihrem vierten Heimsieg im vierten Spiel entgegen. In der Endphase ließ St.Georgen etwas nach, was die Ehinger dazu nutzen konnten um den Spielstand, aus ihrer Sicht, immerhin halbwegs erträglich zu gestalten. Auch die völlig überzogene rote Karte gegen Mario Müller in der Endphase konnte St.Georgen nicht bremsen. Dennoch feierten die Schwarzwälder am Ende einen deutlichen 30:23 Heimerfolg über den Tabellenzweiten aus dem Hegau.

„Wir haben heute ein überragendes Spiel gezeigt. Die Zuschauer haben uns weiter nach vorne gepeitscht. Zum ersten Mal diese Saison konnten wir unser wahres Leistungspotenzial abrufen. Mit dem Selbstvertrauen im Rücken müssen wir nun in Pfullendorf nachlegen“- so der weiter verletzte Kapitän Jan Holzmann.

Für die St.Georgener war das Spiel ein absoluter Befreiungsschlag und ein deutliches Ausrufenzeichen an die Liga, dass mit dem TV St.Georgen weiterhin zu rechnen ist. Durch den Sieg verbesserten sich die Bergstädter sich auf den fünften Tabellenplatz. Kommende Woche trifft man auswärts auf den TV Pfullendorf, der nach der Niederlage bei der HSG Dreiland sicher eine Antwort liefern möchte. Für die Bergstädter wäre es nun Zeit den Rückenwind mitzunehmen und die ersten Zähler in der Ferne zu verbuchen.