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Herren 1: TV St.Georgen freut sich auf die Landesliga Süd

  • 09 Sep

Nach nur einem Jahr im südbadischen Oberhaus findet sich der TV St.Georgen zurück in der Landesliga. Am Ende war der Abstand zum rettenden Ufer sogar relativ deutlich. Das hatte vor allem den Grund, dass man häufig nur Phasenweise das ganze Leistungsvermögen abrufen konnte. Der früh feststehende Abstieg war Fluch und Segen zugleich. Denn während man natürlich auch über den nicht gelungenen Klassenerhalt enttäuscht war, hatte man relativ früh schon Zeit sich auf die neue Saison vorzubereiten.

So gingen die Bergstädter ihre Spiele mit einer positiven und dennoch kämpferischen Einstellung an. Leider machte den Jungs vom Roßberg in den letzten Partien dann auch noch das Verletzungspech schwer zu schaffen. So nutzten die Spieler die Trainingspause vor allem dazu ihre Verletzungen auszukurieren.

Ende Juni startete Trainer Jürgen Herr mit seinen Schützlingen dann in die Saisonvorbereitung. Den Kader verlassen hat Dominik Vetter. Der 32 jährige Kreisläufer kam vor drei Jahren von der HSG Baar in den Schwarzwald und trug drei Spielzeiten, vor allem durch seine kämpferische und mannschaftsdienliche Art, zum Erfolg der Bergstädter bei. Nachdem er seine Handballschuhe zunächst an den Nagel hängen wollte, um mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu können, folgte er nun dem Ruf seines Heimatvereins TG Schwenningen. Auch Co-Trainer Sven Waßmer ist nicht mehr an Bord. Waßmer war nach etlichen Jahren als Spieler fünf Jahre Teil des Trainerteams. Sein Engagement widmete sich vor allem den Torhütern. Dieses Amt wird in der kommenden Saison Gregor Kaltenbach übernehmen. Ebenfalls neu im Trainerteam ist Jonas Herrmann. Der Spielmacher geht mit dem TVS in seine 18. Saison und ist der einzige Spieler der beide Aufstiege als Spieler erleben konnte. Er wird Trainer Jürgen Herr mit seiner ganzen Erfahrung in Doppelfunktion als beratender Co-Trainer und Spieler zur Verfügung stehen. Trotz Abstieg, darf der TVS weiter auf Kontinuität im Kader bauen und muss keine weiteren Abgänge verzeichnen. Peter Assfalg aus der eigenen Jugend würde nun fest in den Kader aufrücken. Der 19-jährige wird wohl ab Oktober, studienbedingt, nur noch sporadisch zur Verfügung stehen. Lukas Holzmann wird nach einer Operation am Kahnbein Monate ausfallen. Wann er zurückkehren kann ist noch nicht klar. Der 25-jährige Rückraumspieler, wird das Parkett im laufenden Jahr jedenfalls nicht mehr betreten können.

Großes Highlight der Saisonvorbereitung war die Begegnung mit dem zweitligisten HBW Balingen-Weilstetten. Bei tropischen Temperaturen in der St.Georgener Roßberghalle bot der Landesligist dem Favoriten um den Aufstieg in die stärkste Liga der Welt ordentlich Paroli. Trotz der hoffnungslosen, körperlichen und spielerischen Unterlegenheit gelangen den Bergstädtern immerhin 18 Treffer bei nur 36 Gegentoren. Ein Ergebnis mit dem die St.Georgener gegen die Profimannschaft des HBW sehr gut leben konnten.

Über den August wurde es dann etwas ruhiger. Dennoch arbeiteten die nicht im Urlaub weilenden Spieler hart für die neue Saison. In Testspielen gegen die Bezirksklasse-Topteams SG Schramberg und SG Hornberg/Lauterbach/Triberg holte man sich dann den Feinschliff. Leider waren auch zu den Testspielen nicht immer alle Spieler anwesend, sodass man immer wieder neue Personalkonstellationen testete. Jürgen Herr war mit den Auftritten seiner Schützlinge nur bedingt zufrieden „Unsere Leistungen waren insgesamt sehr wechselhaft. Besonders beim Spiel in Schramberg konnten wir überhaupt nicht überzeugen. Mit den beiden Spielen gegen die SG HLT war ich da schon zufriedener. Es gibt zwar an vielen Stellschrauben noch einiges zu drehen, das Grundsystem steht aber stabil. Ich sehe uns bereit für die neue Saison. Dass der ein oder andere immer wieder gefehlt hat sehe ich nicht dramatisch schlimm. Wir haben in verschiedenen Konstellationen gespielt. Das macht uns flexibler und für den Gegner deutlich schlechter auszurechnen“.

Ein klares Saisonziel wird, fast schon traditionell; nicht offen gelegt. Die Bergstädter müssen sich vorerst auch als Absteiger erstmal etablieren. Mit dem Abstieg will man von Beginn an nichts zu tun haben. Man ist sich den eigenen Stärken bewusst und kann in vielen Bereichen sicherlich auch von den Erfahrungen der vergangenen Saison profitieren. Dennoch haben die Jungs vom Roßberg auch den nötigen Respekt vor der Liga. Alleine, dass die SG Mimmenhausen/Mühlhofen in der abgelaufenen Spielzeit von der Verbandsliga direkt in die Bezirksklasse durchgereicht wurde sollte aufhorchen lassen. Man erwartet eine extrem ausgeglichene Liga in der es Woche für Woche gilt an seine Leistungsgrenze zu gehen. Die Mannschaften denen es gelingt konstant guten Handball zu spielen und gleichzeitig in den entscheidenden Phasen, enge Spiele für sich zu entscheiden, werden am Ende auch oben stehen. Einige Vereine, wie der TV Herbolzheim oder der TV Ehingen haben sich clever verstärkt. Hinzu kommen mit der HG Müllheim/Neuenburg, dem SV Allensbach und dem TV Meßkirch interessante Aufsteiger. Auch die beiden Schwarzwälder Derby-Gegner, die SG Schenkenzell/Schiltach und die SG Gutach/Wolfach haben jeweils eine schlagkräftige und eingespielte Truppe beisammen. Diese Spiele versprechen besonders hitzige und attraktive Duelle mit vielen Zuschauern, die die Liga in ihrer Attraktivität weiter steigern.