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Super-Hopfenschlingel 2017


Bericht: Rolf Hackenjos                       


Super-Hopfenschlingel 2017

 

 

 

Version 1 ( für Optimisten ):

 

Seit 2009 hält sich eine hartnäckige Tradition innerhalb der Tischtennisabteilung, die vergangene Saison ( egal ob sportlich erfolgreich oder nicht ) im Wonne-Monat Mai in einem herrlichen Biergarten zu Rastatt fernab der Heimat würdig abzuschließen. War dieser Ausflug in den Anfangsjahren noch ausschließlich der Dritten vorbehalten, hat sich die Zweite mittlerweile auch mit dieser Vorgehensweise angefreundet.

 

Nach der Saison 2016/2017 gab es gleich doppelten Grund zum Feiern: die Zweite wurde souverän Meister der Bezirksklasse und schaffte somit den sofortigen Wiederaufstieg in die Bezirksliga. Die Dritte überzeugte als Aufsteiger mit einem hervorragenden 3. Platz in der Abschluss-Tabelle. Da die beiden Lokal-Derbys denkbar knapp und völlig unverdient ( Anmerkung der Redaktion: Bericht wurde von einem Spieler der Dritten verfasst ) mit 9:6 an die Zweite gingen, brannte die Dritte auf Revanche, um wenigstens in den wichtigen Disziplinen des Vereinslebens die Nase vorne zu haben.

 

Damit keine Langeweile aufkommt, ändern sich diese Disziplinen des Wettbewerbs „St.Georgen sucht den Super-Hopfenschlingel“ von Jahr zu Jahr. Einige Kult-Klassiker wie „Die Hälfte“ oder „Menschenkenntnis“ sind aber aus dem Repertoire nicht mehr wegzudenken, sorgen sie doch regelmäßig für die richtige Mischung aus Begeisterung und Frust.

 

 

 

Trotz eher durchwachsener Wetter-Vorhersagen im Vorfeld zeigte sich der 13.5.2017 dann von seiner besten Seite und sorgte bei strahlendem Sonnenschein für heitere Gemüter.

Schon die Zugfahrt war von größter Harmonie geprägt – gemütlich im Fahrradabteil kauernd, umgeben von männlichen Junggesellen-Abschied-zum-Kasper-Machern sorgten die TT-Reisenden schon früh dafür, dass ihre Nieren was zu tun haben. Angekommen im Hopfenschlingel hatten dann erstmal die Bedienungen ordentlich was zu tun, stellte die St.Georgener Truppe doch ca. 2/3 der Biergarten-Gäste. Im Vergleich zu den Vorjahren war die Qualität des Personals kaum wieder zu erkennen: freundliche, sympathische und dazu auch noch hübsche junge Damen, die einem das Gefühl gaben, nicht zu stören – unglaublich!

 

Patrick und Rolf bereiteten 12 Spiele vor – 6 Team-Wertungen, 6 Einzelwertungen. Um maximale Chancen-Gleichheit zu gewährleisten wurde bei der Auswahl der Disziplinen strengstens darauf geachtet, dass  unterschiedlich ausgeprägte IQ´s der Teilnehmer bei den 12 Wettkämpfen eine untergeordnete Rolle spielen. Stattdessen sollten kognitive Fähigkeiten und Dusel im Vordergrund stehen.

 

 

Die Zweite hatte scheinbar an den Platten ihr Pulver verschossen und konnte nur im Zug und im Raststätter Schulhof kurzzeitig mithalten. Ab dem Hopfenschlingel punktete überwiegend die Dritte und siegte letztlich verdient mit 7:5, was den Mannen um Captain Nops eine gewisse Genugtuung bescherte; der Zweiten mit Blick auf ihre an diesem Tag provokativ zur Schau gestellten Meister-Trikots so ziemlich egal war.

 

 

 

Spielverlauf:

 

Knobeln:   1:0 für die Zweite
Die Hälfte: 1:1
Brettle-Tischtennis: 2:1 für die Zweite
Ball-Jonglieren: 2:2
Jule-Wurf:  3:2 für die Dritte
Leise zählen: 4:2
Menschenkenntnis: 5:2
Becher stapeln: 5:3
Kronkorken-Wurf:   5:4
Griffball:  6:4
Fehlende Karte: 7:4
Bundesliga-Tippspiel: 7:5

 

 

_________________________________________________________________________

 

 

Version 2 ( für Pessimisten ):

 

Bereits im Vorfeld des 3. Lokal-Derbys der Saison hantierte die Zweite mit allen taktischen Raffinessen: während bei der Dritten schon 4 Wochen vor Rastatt die Teilnehmerzahl mit 6 feststand, änderte die Zweite zum Schluss täglich ihre Starterliste, was für unnötige Unruhe sorgte. Waren es zu Beginn noch 7 Kameraden, wurde dies zunächst auf 6 angepasst, um letztlich bei 5 zu landen. Nops schätzte dies völlig richtig ein: „Die haben Schiss!“

 

Kassierer Rolf erklärte sich bereit, die Baden-Württemberg-Tickets für 11 Personen zu besorgen, stellte dies jedoch aufgrund der oben geschilderten Kapriolen auf den Abfahrtstag zurück. Er wäre aber nicht Jungfrau von Sternzeichen, wenn er die Tickets erst kurz vor Zugabfahrt ( 9:57 Uhr ) lösen würde. So fuhr Rolf um 9:00 Uhr an den Bahnhof, im Geldbeutel 109,00 €, in der Erwartung, drei BaWü-Tickets zu erwerben, da ein Ticket für maximal 5 Personen gilt - so die Theorie.

 

Die Praxis: am Automat der DB hatte Rolf kein Problem, dem Menü zu folgen und war schon schnell an dem Punkt angelangt, wo er die Personenzahl einzugeben hatte. Im Glauben, hier nur eine Auswahl von 1-5 zu erhalten, staunte Rolf nicht schlecht, als auf einmal die Funktion „mehr als 5 Personen auftauchte. „Umso besser, dann gibt es schon nicht so viel Papier“, dachte er, wählte souverän „11-20“ und im nächsten Schritt die Zahl „11“. Das Gerät ratterte und forderte auf, 109,00 € in bar oder per Karte zu bezahlen.

 

Trotz beruflicher Bank-Tätigkeit inklusive rasant fortschreitender Digitaliserung macht sich Rolf beim Thema „Bezahlen“ immer noch lieber die Hände schmutzig, weshalb er seinen Geldbeutel zückte und die wertvollen Zahlungsmittel in den Schlitz steckte. Der DB-Apparat bedankte sich mit einem Ausdruck des gewünschten Beleges, welchen Rolf ordentlich im Geldbeutel verstaute und sich zufrieden Richtung Auto begab.  Zuhause angekommen zückte er das wertvolle Stück Papier, um gewissenhaft die 11 Namen der Reisenden auf dem Schein zu hinterlegen. Doch was musste er da feststellen? Nur 5 Zeilen??? Ein erster Anflug von Skepsis war nicht zu leugnen – deshalb stand nun die ( viel zu späte ) Prüfung des BaWü-Tickets bevor. Tiefschlag Nr. 2: nicht 109,00 € stand da geschrieben, sondern 43,00 €, Tiefschlag Nr. 3 ( ganz klein oben rechts ): Seite 1 von 3.

 

Die Folge: Schweißausbruch, Verzweiflung, die dämmernde Erkenntnis: das war gar nicht gut, Rolf! Blieb nur eins: Ehefrau einweihen, in die Garage flitzen, ganz schnell Richtung Bahnhof düsen und hoffen, hoffen, hoffen. Wie es aber im Leben halt so ist, stirbt die Hoffnung zuletzt, aber sie stirbt. Ein junges Mädel betätigte konzentriert den DB-Automaten, doch sie wusste bedauerlicherweise nichts von zwei liegen gelassenen BaWü-Tickets.

 

Zwischenzeitlich war die Verzweiflung von Rolf ob der 66,00 € vergeigten Reisekosten in tiefen Selbstwertverlust umgeschlagen; seine mittlerweile eingetroffenen 10 Reisekameraden konnten ihn nur mit größter Mühe davon abhalten, sich vor den nächsten einfahrenden Zug zu werfen. Aber wahrscheinlich hätte das an so einem Tag auch nicht geklappt.

 

Ein letzter Hoffnungsfunke keimte nochmals auf, als ein erstaunlich freundlicher Bediensteter der DB auftauchte und Rolf diesem sein Missgeschick überaus emotional schilderte. Dies beeindruckte besagten Herrn aber keinesfalls; er konnte prompt den korrekten Passus der Fahrdienstbeförderungsanweisung zitieren, worin unmissverständlich geregelt ist: wer ohne Fahrausweis unterwegs ist, für den wird´s richtig teuer.

 

So zog Präsident Fries ( Rolf war dazu nicht mehr in der Lage ) letztlich zwei weitere BaWü-Tickets im Wert von 66,00 €, womit die Reisekosten ein Level erreichten, das einen Trip zur Guiness-Brauerei nach Dublin ermöglicht hätte. Obwohl Rolf darauf bestand, diese gewaltigen Zusatzkosten auf eigene Rechnung zu begleichen, zeigten seine Kameraden sensationelles Zusammengehörigkeitsgefühl und opferten ihre eigenen Ersparnisse – großartig.

 

Es wurde dann doch noch ein ganz netter Tag, wenngleich der finanzielle Super-Gau vom Morgen wie ein Fluch über dem bunten Treiben thronte. Und wäre das nicht schon genug Unglück gewesen, folgte zum Abschluss des Ausflugs eine weitere Katastrophe. Patrick H. organisierte für das Siegerteam ein leckeres 5-Liter-Fass Waldhaus-Pils, welches eigentlich auf der Rückfahrt die reisenden 11 Gaumen vom bitteren Hopfenschlingel-Geschmack erlösen sollte.

 

Dummerweise gehörte Rolf an diesem Tag zum Sieger-Team und erklärte sich aufgrund der Vorkommnisse vom Vormittag dazu bereit, das Fässchen auf den 1,7 km vom Hopfenschlingel zum Bahnhof zu befördern – ein Fehler! Zwar gibt es verlässliche Zeugen-Aussagen, wonach der edle Gerstensaft durchaus am Bahnhof angekommen ist; im Zug definitiv nicht. Bis heute konnte nicht geklärt werden, in wessen Bäuchen das Gebräu für einige Stunden verweilte.

 

Fazit Rastatt 2017: außer Spesen fast nichts gewesen!

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