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BW Top16 Mädchen U18 25./26.7. in Wehr




Bericht: Dirk Morat                             


Natalie und Lea beim BW Top16

Nach dem BW-RLT Ende Juni in Weinheim haben sich Natalie und Lea auch für das BW Top16 in Wehr qualifiziert. Dieses fand am Wochenende 25./26. Juli statt und – kaum zu glauben – bei Temperaturen um die 25 Grad. Und das ganze lief wie folgt:

In der Vorrunde wurde in zwei 8er-Gruppen gespielt, wobei die ersten vier anschließend in die Endrunde um die Plätze 1-8 einziehen, die anderen vier spielen um die Plätze 9-16.

Natalie erwischte einen Traumstart mit dem 3:0-Erfolg gegen die spätere Dritte Muriel Broschard (TTC Weinheim-West). In der gesamten Vorrunde verbuchte sie eine 3:4-Bilanz, was gleichbedeutend war mit der Endrunde 9-16. Unter dem Aspekt „dumm gelaufen“ konnte man die Tatsache verbuchen, dass Natalie von den drei Siegen nur einen in die Endrunde mitnahm, weil zwei der Gegnerinnen, gegen die sie gewonnen hatte, um die Plätze 1-8 spielten.

U.a. auch Nicole Mezker von der DJ K Villingen, die mit überraschenden Erfolgen gegen Ronja Mödinger und Jasmin Wolf sich die Endrunde um die ersten acht Plätze sicherte. Nicole hat diesen Erfolg absolut verdient, aber was ist das für eine Vorstellung der DJK Villingen, dass nach dem Turnier in Weinheim sich auch dieses Mal aus sechs Herrenmannschafen und einer Damenmannschaft kein Betreuer für eine Baden-Württembergische Rangliste gefunden hat. Betreut wurde Nicole in Wehr von Nina Merkel aus Rastatt, die der DJK Villingen hoffentlich das Fahrgeld in Rechnung stellen wird.

Lea war mit dem Verlauf der Vorrunde nicht so zufrieden bei einer Bilanz von 1:6. Aber den einen Erfolg hatte sie sich in einem anstrengenden Match gegen Kristin Timmann (Frickenhausen – Langnoppe) verdient. Und da auch Timmann um die Plätze 9-16 spielte, nahm Lea den Sieg mit in die Endrunde.

Nun war aber erstmal Nachtruhe angesagt. Während die Familien Ehinger und Schädler in einem edlen Schuppen logierten (;-), machten sich Natalie und Dirk auf in Richtung Erdmannshöhle. Nun wird der eine oder andere St. Georgener Tischtennisveteran denken: „Was wollen die jetzt in der Wohnung von Bernd Walter?“. Richtiger Einwand, denn die Erdmannshöhle gibt es nicht nur in St. Georgen, sondern auch noch in Hasel und dort sowohl als Höhle wie auch als Hotel. Langer Rede, kurzer Sinn: wir hatten dort Zimmer reserviert, und zwar schriftlich bestätigt.

Eine solche schriftliche Bestätigung deutet im Regelfall darauf hin, dass man gute Aussichten hat, in der fraglichen Lokalität auch die erforderliche Ruhestätte zu finden. Angekommen an der Rezeption, die gleichzeitig Tresen einer gerammelt vollen Gaststätte war, machten wir uns kurz Sorgen, ob wir noch einen Tisch zum Abendessen bekommen würden. Soweit hätten wir aber gar nicht denken müssen, denn ungeachtet der Reservierung waren keine Zimmer für uns vorgesehen. Für „Wessels“ und „Wosik“ hätten sie noch was (ja, genau, Torben Wosik), aber Morat? Nie gehört.

Ob das etwa mit meinen freundlichen Hinweis bei der Reservierung zusammen hängt, dass wir anders als bei meinem letzten Besuch in der Erdmannshöhle gerne richtige Zimmer hätten (und nicht eine ausgewiesene Besenkammer), lässt sich nicht mit letzter Sicherheit feststellen. Sicher ist nur, die Dame hat uns dann eine alternative Übernachtungsmöglichkeit besorgt, welche die Vereinskasse zusätzlich mit 10 Euro belastet. Aber dafür durften wir in einem Hotel übernachten, in dem auf der Tafel mit den Prominenten Gästen echte Größenaus Film, Funk und Fernsehen zu finden waren: Wencke Mühre, Wildecker Herzbuben, Michael Lesch, Marion Kracht und nicht zuletzt Takeo Ischi (der jodelnde Japaner).

Nun blieb hier die Frage offen, ob die Autogrammkarten von Konrad Adenauer und Charlie Chaplin schon abgehängt wurden, aber auch die vorhandene Präsentation deutete – um es mit dem nötigen Respekt zu formulieren – auf eine gewisse Tradition hin. Aber es gab keinerlei Anlass zur Klage, Ende gut, alles gut.

Und was machten die Seehasen? Die fuhren guter Dinge in Richtung Landgasthaus Mühle und waren zwischenzeitlich froh kein tiefer gelegtes Fahrzeug zu besitzen – denn die Betonung bei Landgasthaus liegt auf LAND, oder hätte es nicht besser Berg- bzw. Feldgasthaus heißen sollen? Wie auch immer, sie kamen an und – mal was Neues – die Reservierung wäre für Freitag auf Samstag gewesen, nicht von Samstag auf Sonntag. Wie schön, dass die Tischreservierung fürs Abendessen am Samstag trotzdem geklappt hat. Aber sollte sich nicht der clevere Hotelier fragen, warum Gäste mit einer Übernachtung von Freitag auf Samstag, einen Tisch am Samstagabend reservieren? Ja mei, der clevere schon.

Und absolut genial war dann, dass trotz komplett ausgebuchtem Hotel, urplötzlich noch ein Dreibettzimmer aus der Versenkung auferstanden ist, und das war nicht mal das Zimmer im Keller hinten links. Aber was soll‘s, abends um acht kann man schon mal die noch nicht belegte Präsidentensuite ein paar Tischtennisspielern überlassen (für eine Nacht halt).

So musste schlussendlich niemand im Auto übernachten und am Sonntag ging es dann wieder ernst zur Sache. Dort standen dann die letzten vier Spiele gegen die Spielerinnen der jeweils anderen Vorrundegruppe an.

Gleich im ersten Spiel trafen Natalie und Lea aufeinander, wobei Natalie mit 3:0 die Oberhand behielt. Für Lea lief es in den folgenden drei Spielen leider ähnlich weiter und sie musste der starken Baden-Württembergischen Konkurrenz den Vortritt lassen. Trotz einer starken Leistung im letzten Spiel gegen Jasmin Wolf konnte sie die vier Niederlagen nicht verhindern und schloss die Gruppe bei einer Bilanz von 1:6 Spielen mit dem 16. Platz ab. Die Qualifikation für das Top16 allein war aber schon eine starke Leistung und nach der Sommerpause heißt es wieder voll durchstarten.

Für Natalie lief es dagegen genau anders herum. Nach dem Auftaktsieg ging es mit drei Erfolgen weiter. Zuerst fegte sie wie immer die Langnoppenspielerin Timmann von der Platte und hatte anschließend ein spektakuläres Spiel gegen Lisa Gäßler (TTC Emmendingen) im Angebot. 2:0-Führung, zwei Sätze hauchdünn weg, 5. Satz 0:6 bei drei „Faulen“. Für 99% der TT-Spieler ist das Thema damit durch, Natalie aber kämpfte sich Punkt für Punkt zurück, wehrte Matchbälle ab und gewann schlussendlich in der Verlängerung. Eine einmalige Leistung, und dann im letzten Gruppenspiel sicherte sie sich gegen Mittellangnoppe-Vorhand Lena Brock den vierten von vier möglichen Siegen.

Da Natalie vom Vortag eine 1:2-Bilanz mitnahm, steht dadurch insgesamt eine 5:2-Bilanz, mit der sie in der Endabrechnung noch den 10. Platz erreichte. Im letzten Jahr noch einmal Top10 in Baden-Württemberg ist ein Klasse-Ergebnis und auch Lea verabschiedete sich mit ihrer ersten Qualifikation für das Top16 super aus den Jugend-Ranglisten.