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Der Besuch der alten Damen




Bericht: Dirk Morat                             


Der Besuch der alten Damen

 

Wettervorhersage für Samstag, 4. Juli 2015, Weinheim:

 

 

Hier die 500.000-Euro-Frage:

Was unternehmen Sie an solch einem Tag:

A. Gar nix.

B. Im Biergarten einen schattigen Platz suchen und eine Pipeline zum Zapfhahn legen lassen.

C. In die Eistonne springen (falls nicht von Per Mertesacker besetzt).

D. Tischtennis spielen in einer 50-Grad heißen Halle von 9:30 bis 20:30 Uhr.

 

Sie wissen es nicht. Ok, wir haben ja noch den Publikumsjoker. Das Ergebnis:

A. 37,9%

B. 33,4%

C. 28,6%

D. 0,1% (aufgerundet)

 

Nun sind ja Tischtennisspieler bekanntlich keine Herdentiere, sondern immer individuell geschnitten. Deshalb haben sich Natalie Obergfell und Lea Ehinger an diesem Tag auch entschieden, sich in Weinheim an der Baden-Württembergischen Jahrgangsrangliste der Mädchen U18 zu beteiligen. Und das gelang den beiden nicht mal so schlecht.

Deutlich mehr als die Spieler mit der Hitze zu kämpfen hatten wohl die Ausrichter. Bis das Turnier mal ins Rollen kam dauerte es geschlagene zwei Stunden, und das bei einem Turnier, bei dem alle Spieler/innen, Spielreihenfolgen etc. von vorneherein feststehen. Das hatte dann zur Folge, dass die Siegerehrung erst um kurz vor neun beendet war und wer dann – wie wir – noch einen Heimweg von 2 bis 3 Stunden vor sich hat, der freut sich, dass morgen wenigstens Sonntag ist. Immerhin hatte es bei der Heimfahrt dann nur noch 32 Grad.

Aber auch in Weinheim waren diese Verhältnisse mal wieder für alle dieselben und somit gab es kein großes Lamentieren, sondern ran an die Platten.

Natalie legt in der Vorrunde gleich mal einen Bravourstart hin. Mit 5:0-Siegen und 15:2-Sätze gewann sie in Abwesenheit ihrer schärfsten Rivalin um den Gruppensieg, Jasmin Wolf, die Gruppe souverän und zog somit in die Zwischenrunde um die Plätze 1 bis 8 ein.

Lea hatte in ihrer starken Gruppe deutlich mehr zu kämpfen und kam mit 2:3-Siegen auf den vierten Gruppenrang, gleichbedeutend mit der Ausspielung um die Plätze 9 bis 16. Dort startete sie mit einem lockeren Sieg und musste sich danach aber knapp mit 2:3 Lisa Prautzsch (TTC Kronau) geschlagen geben. Angesichts dessen, dass im letzten Spiel die favorisierte Kristin Fabriz wartete, hatte sich Lea schon mit Platz 13 oder 14 abgefunden, aber in diesem dritten Gruppenspiel zauberte sie ihre beste Tagesleistung auf den Tisch und sicherte sich damit den Einzug in das Spiel um Platz 9.

Hier musste sie sich der Noppenspielerin Mona Brock geschlagen geben, aber Platz 10 ist nach dem Auf und Ab dieses Tages ein tolles Ergebnis und Lea hat noch Aussichten, sich damit für das Top16 zu qualifizieren.

Natalie hat dagegen diese Qualifikation schon sicher. In der Endrunde um 1 bis 8 trumpfte sie gleich  im ersten Spiel gegen die überraschend starke Chiara Maurer (VSV Büchig) mit 3:0 auf und legte die Grundlage für eine vordere Platzierung. Im zweiten Spiel gegen Hannah Sauter (TTC Mühringen) lieferten sich die beiden ein Spiel auf Augenhöhe mit langen Ballwechseln, aber schlussendlich hatte Natalie mit 1:3 das Nachsehen. Im letzten Zwischenrundenspiel gegen Kristin Timman (TTF Frickenhausen) bewies Natalie einmal mehr ihre Klasse gegen Langnoppenspielerinnen und sicherte sich mit einem 3:1 das Spiel um Platz 3.

In diesem wartete Lisa Gäßler, gegen die Natalie bisher noch nie gewonnen hatte, sondern meistens mit 2:3 verloren. Aber dieses Mal drehte Natalie den Spieß um und zeigte nach einem unglaublich anstrengenden Turnier nochmal klasse Tischtennis. Mit dem 3:1-Erfolg hat sie also bei der letzten Teilnahme an diesem Turnier (und der neunten in Folge) nochmal einen Stockerl-Platz erreicht.

Somit haben sich Natalie und Lea also nochmal großartig  von diesem Turnier im Jugendbereich verabschiedet. Die Jungen Wilden gehören also mittlerweile auch schon zu den alten Damen. In drei Wochen folgt für Natalie sicher und für Lea hoffentlich noch das iTüpfelchen mit der Teilnahme am BW Top16.