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Hopfenschlingel 2015 - Organisator in Siegerteam

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Bericht: Stephan Fries                     

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Hopfenschlingel 2015 - Organisator in Siegerteam

Bei jeder "Schlag den Raab"-Sendung stellt sich mir die Frage: Kennt Produzent und Teilnehmer Stefan Raab die Spiele der Show? Beim diesjährigen Hopfenschlingel musste sich auch das Sieger-Team diese Frage gefallen lassen.

Aber jetzt erstmal alles auf Anfang. Wie in den vergangenen 6 Jahren trafen sich ein paar wackere Spieler der Tischtennisabteilung des TV St. Georgen zur alljährlichen Pilgerfahrt nach Rastatt.

 

In diesem Jahr waren zum ersten Mal in der Geschichte dieses hochdotierten Wettkampfes zwei Herrenmannschaften startberechtigt. Dies war die Folge einer ewig dauernden Spielerversammlung im Sommer 2014 (siehe Protokoll Spielerversammlung). Im Vorfeld wurde die wichtigste Aufgabe, die Organisation der Spiele, von Rolf an Patrik übertragen...allerdings mit der Auflage, dass folgende Spiele auf keinen Fall fehlen dürfen: Das Bundesligatippspiel und "Die Hälfte", welche wie folgt gespielt wird. Jeder Mitspieler erhält eine Dose mit herrlich kühlem Radler und muss so viel Radler trinken, dass eine handelsübliche Küchenwaage (eine freundliche Leihgabe aus dem Hause Hackenjos) exakt 250 Gramm anzeigt. Auch das Bundesligatippspiel sorgte im Vorfeld schon für große Diskussionen. Unsere Stammbrauerei, der "Hopfenschlingel", bietet seit ein paar Jahren keine SKY-Übertragungen der Bundesliga mehr an. Daher standen im Vorfeld mehrere Varianten zur Debatte: Erstens, den Hopfenschlingel gegen 15.30 Uhr verlassen, um die Bundesligakonferenz in einer uns fremden Lokalität anzuschauen oder zweitens, ganz auf den Hopfenschlingel und damit auf die uns in den letzten Jahren ans Herz gewachsene "zickige und arrogante" Bedienung zu verzichten...dazu später mehr. Die Lösung des Problems war das UKW- Radio aus Dunder´s Dusche. Somit ertönte im Hopfenschlingel ab 15.30 SWR1 Stadion.

Es trafen sich also gegen 9.45 Uhr acht tapfere Ping-Pong Kameraden am Bahnhof St. Georgen. Die Urviecher Rolf, Nobs und Dunder sowie Daniel und Patrik, die Neulinge Bruno und Flo sowie KF (KleiFrankfurter, qualifiziert durch einen Rückrundeneinsatz in der 2ten). Bereits im Sommerauer Tunnel wurde die erste Bierrunde von Kamerad Nobs an die Reisegruppe verteilt, dazu gab es Butterbrezeln vom Frankfurter. Patrik schritt umgehend zur Tat und weihte die Gruppe in die Regeln des heutigen Spieltages ein. Dann wurden die Teams ausgelost. Für die Statistikfreunde unter uns - Team 1: Nobs & Bruno, Team 2: Daniel & Patrik, Team 3: Flo & KF sowie Rolf & Dunder als Team 4.

Spiel 1: „Knobeln“
Mittlerweile auch ein Spiel, das jedes Jahr gerne bereits unterwegs gespielt wird. Vor dem Spiel legte Rolf wegen der hohen Temperaturen im Radfahrabteil der Schwarzwaldbahn seine Jacke ab. Er bemerkte nicht, dass es sich in diesem Abteil um Hochklappsitze handelte und er konnte sich nur mit großen Mühen vor dem Fall auf den Boden retten. Aua...und das mit maximal einem halben Tannenzäpfle in der Blutbahn...wo sollte das nur enden?!

Zum Spielablauf: Jeder Spieler erhält 3 Münzen, hinter dem Rücken wird festgelegt, wie viele Münzen in einer Faust nach vorne gestreckt werden. Der erste Spieler muss nun raten, wie viele Münzen sich in dieser Faust befinden. Ganz clever agierte Nobs beim ersten Versuch: Er streckte die Faust nach vorne und legte die andere Hand offen auf seinen Oberschenkel. KF erkannte diesen Lapsus und ging durch korrekte Ansage der Münzenanzahl in Führung. Nobs war etwas geschockt und erst nach dem Hinweis von KF war auch ihm klar, dass er die 2. Hand auch besser geschlossen lassen sollte.

Spiel 2: „Bundesligatippspiel“
Hier konnten sich alle Teams recht schnell auf die einzelnen Ergebnisse einigen. Die einzige Diskussion gab es zwischen Rolf und Dunder beim Spiel S04 gegen unsere Spätzle-Helden. Rolf sagte ein 0:0 voraus und Dunder ein 1:0 seiner Knappen. Letztendlich einigte man sich beim S04-Spiel auf den Tipp von Dunder und beim Spiel des SCF auf den Tipp von Rolf. Allerdings bestand Rolf auf einen Bleistiftvermerk seines Tipps beim Schalke-Spiel.

In Haslach wurden dann die Getränkedosen für Spiel 3 „Die Hälfte“ ausgegeben. Jedes Team ging nach seiner eigenen Strategie vor. Die einen versuchten durch einen tiefen Blick in die Dose, die anderen durch äußerliches Abtasten der Blechdose das Niveau in der Dose zu ermitteln. Kurz vor Offenburg waren die ersten bereit zum Wiegen. Beim Stillstand des Zuges wurde die von Rolf mitgebrachte Waage aufgestellt und alle Teams ließen ihre Dosen wiegen. Totalausfall bei Team 4 (Rolf & Dunder), beide Kameraden lagen mit ca. 40g voll daneben und ab diesem Spiel war eigentlich nur noch Schadensbegrenzung angesagt, denn die Verlierer müssen den Bericht schreiben. Dies wurde erstmalig dieses Jahr in die ARB (Allgemeine Rastatt Bedingungen) aufgenommen.

In Rastatt angekommen, erreichte man nach einem kurzen Fußmarsch den wohlbekannten Schulhof. Hier wurden die Spiele 4: „Dosenwurf“, 5: „Dreisprung“, 6: „Ballkontakte“ und Spiel 7: „Headis“ durchgeführt.

 

Beim Dosenwurf mussten die leeren Getränkedosen so weit wie möglich über den Schulhof geworfen werden. Hier schaffte Kamerad Nobs das sensationelle Ergebnis von -1m!!

In Spiel 4 & 5 sicherte sich Team 4 weiter die Anwartschaft darauf, den Bericht schreiben zu "dürfen". Sang- und klanglos wurden sie in diesen Disziplinen Letzte.

 

 

Ein wenig Hoffnung keimte bei Rolf und Dunder allerdings bei den beiden folgenden Spielen "Ballkontakte" (Headis-Ball auf dem Fuß jonglieren) und "Headis" (Kopfball-Doppel an der Tischtennisplatte) auf.

 

 

 

 

 

 

Nach dem längsten Aufenthalt auf dem Schulhof aller Zeiten, ging es nun endlich zum eigentlichen Ziel, dem "Hopfenschlingel". Wegen der Witterung entschied man sich, zum zweiten Mal in der Geschichte des Hopfenschlingels,  sich einen Platz im Inneren der Brauerei zu suchen. Nach der Einnahme von Maibock, Krustenbraten oder Schweinshaxe ging es in der Raucherzone, einem Bereich zwischen Biergarten und Gaststätte weiter. Das Radio wurde eingeschaltet und man lauschte der Bundesliga -Übertragung. Der Zwischenstand bis dahin: Dunder auf Wolke 7, denn die Knappen führten gegen den VfB. Auch Rolf schwebte aufgrund des Zwischenstandes aus Südbaden. Im weiteren Verlauf der Übertragung wanderten die Glücksgefühle von Dunder allerdings zu Flo, da die Schwaben das Spiel auf Schalke drehten.

Die Radioübertragung wurde unterbrochen und zu Spiel 8: „Sportquiz“ übergegangen. Hier zeigte sich ein wahnsinniges Wissen von KF, er konnte 7 Fragen beantworten. 
Hier ein Beispiel (Frage konnte von keinem Team beantwortet werden): Bereits seit 1920 werden Eishockey- Weltmeisterschaften ausgetragen. Erster Sieger wurde Kanada, diese konnten ihren Titel 5 Mal verteidigen. Rekordweltmeister ist jedoch Russland (UDSSR) mit sagenhaften 27 Titeln, vor den Kanadiern mit 24 gewonnenen Titeln. Weitere Titelträger sind Tschechien (12), Schweden (9), USA (2), Finnland (2) sowie die Slowakei mit einem Titel. Eine Nation fehlt. Diese gewann 1936 im Deutschen Reich die Weltmeistershaft. Welche Nation war das?- Na, wer kann die richtige Antwort geben? (Lösung am Ende des Berichtes)

Nach dem Sportquiz wurde die Schlussviertelstunde der Bundesliga angehört. Schock für Dunder, seine Knappen lagen mit 2:1 hinten und noch viel schlimmer...aus Freiburg wurde die Gästeführung gemeldet. Stimmungswechsel bei Rolf, der nächste Maibock ging in einem Zug hinab. Auch bei Flo und Dunder wechselte die Stimmung in der 90. Minute, dank des Lastminute-Treffers von Boateng in der Veltins-Arena. Damit standen die Ergebnisse fest und Team 4 konnte den Rückstand zum Vorletzten nochmals verkürzen.

 

Schichtwechsel im "Hopfenschlingel", was uns alle verwunderte. Die oben erwähnte Bedienung tauchte zum ersten Mal in 7 Jahren nicht auf. Die Hoffnung stieg in diesem Jahr, erstmalig eine Runde aufs Haus zu erhalten. Allerdings zerschlug sich dieser Wunsch als sich der Lokalbesitzer mit den Worten "Bis nächstes Jahr!" von uns verabschiedete.

Es folgte Spiel 9: „Stopp-Uhr“. Jeder Spieler eines Teams musste versuchen, eine Stopp-Uhr nach 20 bzw. 30 Sekunden zu stoppen. Nennenswerter Höhepunkt: Das fast exakte Stoppen von Flo. Leider hatte er sich um exakt 10 Sekunden verzählt und die Uhr hielt bei 42,21 Sekunden an. Auch hier kämpften sich Rolf und Dunder weiter an Platz 3 heran. 

Die Spannung ums „Bericht schreiben müssen oder nicht“ stieg beim Spiel 10: „Schätzen“. Hier zeigte sich erneut das eklatante Fehlen von Allgemeinwissens-Vermittlung im deutschen Schulsystem. Nicht nur, dass Abiturienten eine Geschichtsinterpretation in 5 Sprachen schreiben können, aber beim Abschluss eines Mietvertrages kläglich scheitern. Nein, auch solch grundlegende Fragen wie: "Wie viele Sekunden braucht das Licht von der Sonne bis zur Erde?" konnten nur ungenügend beantwortet werden. Mit mehr Glück als Verstand konnte Daniel als Einzelkämpfer den Sieg für sein Team retten und sich damit auch den Gesamtsieg für Team 2 vorzeitig sichern. Einen herben Rückschlag gab es für Rolf und Dunder, der Bericht rückte immer näher.

 

Spiel 11: „Mini-Griffball“ Was bereits im vergangenen Jahr nach dem Genuss von mehreren hopfenhaltigen Getränken mit einem normalen Tischtennisschläger schwer genug war, wurde dieses Jahr zusätzlich durch einen Minischläger erschwert. Nichts Neues beim Ergebnis: Team 2 (Daniel & Patrik) Sieger, Team 4 (Rolf und Dunder) Letzter.

Auch beim abschließenden Spiel 12: „Kronkorkenwurf“ konnte es Team 4 nicht mehr verhindern, dass sie den Bericht in diesem Jahr schreiben würden.

Abschließend bleibt zu vermerken, dass das Siegerteam um Organisator Patrik 9 von 12 Spielen für sich entschieden hatte, was ein deutliches "Gˋschmäckle“ mit sich bringt und dies sicherlich ein Denkanstoß für das kommende Jahr sein wird.

Auf dem Heimweg wurde nochmals auf dem Schulhof eine kurze Runde "Rundlauf-Headis" eingelegt. Während der anschließenden Zugfahrt wurden noch die Flaschen des mitgenommen Hopfentrunks geleert, was bei Manchem am Folgetag zu massiver Übelkeit und Kopfschmerzen führte. Ein Hopfenschlingel-Teilnehmer stand erst zur "Lindenstraße" auf.

 

Also, bis nächstes Jahr im "Hopfenschlingel" Ach ja, die fehlende Nation beim Eishockey lautet: Großbritannien!