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Herren I: TV Wolfach - TV St. Georgen 23:20 (11:10)

  • 23 Mär

…und wieder standen die Bergstädter am Ende mit leeren Händen da. Im Derby beim Tabellenachten brachten sich die abstiegsgefährdeten St. Georgener aufgrund einer schwachen Schlußphase selbst um den verdienten Lohn. In einer von Beginn an intensiven, aber spielerisch nicht unbedingt hochklassigen, spannenden Begegnung wäre für den TVS mindestens ein Zähler, wenn nicht sogar der Sieg möglich gewesen.

Umso ärgerlicher wird die Niederlage, nach dem überraschenden Heimsieg des Konkurrenten Altenheim II gegen den Tabellenzweiten Sandweier II. Damit haben die Bergstädter wieder drei Zähler Rückstand auf das „rettende Ufer“.

Von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, in dem über die gesamte Spielzeit die Abwehrreihen dominierten. Das Wolfacher Spiel lief vor allem über die Rückraum-Achse Schmidt, Storz und Gudelius, welche immer wieder ihre Positionen wechselten und so in der St. Georgener Abwehr für Unruhe sorgten. Gudelius (9 Treffer) und Schmidt (8 Treffer) brachte der TVS über die gesamte Spielzeit nicht in den Griff. Fast nach Belieben kamen die beiden frei zum Wurf. Beim 3:4 nach elf Spielminuten gingen die Gäste erstmals in Führung. Doch diese hielt nicht lange. In Überzahl drehte Wolfach das Spiel, und zog durch vier Treffer in Folge auf 7:4 davon. In dieser Phase lief im Angriff bei den St. Georgener nicht viel zusammen. Entweder wurde der Ball vertendelt, oder man fand seinen Meister in TVW-Torhüter Claudius Baumann. In der Folgezeit fanden die Gäste jedoch wieder in die Spur. Vor allem Manuel Bürk wuchtete immer wieder mit viel Wut im Bauch den Ball in die Maschen. So verkürzte der TVS, nach einer zwischenzeitlich genommenen Auszeit, den Rückstand und war bei 9:9 nach 27. Spielminuten wieder auf Augenhöhe. Bis zur Pause konnte sich keine der beiden Mannschaften absetzen, und so ging es mit einer knappen 11:10 Führung der Gastgeber in die Kabinen.
„Wir haben in den ersten 30 Minuten einige Torchancen liegen lassen. Es wäre mehr drin gewesen“, so TVS-Trainer Jürgen Herr.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs schien es so, als hätten die beiden Kontrahenten einen „Nicht-Angriffs-Pakt“ abgeschlossen. In einer weiterhin sehr ausgeglichenen Begegnung stand es nach 36. Spielminuten 12:12. Das Spiel wog weiter hin und her und keine der beiden Mannschaften konnte sich absetzen. Beim 16:15 nach 41. Spielminuten gingen die St. Georgener seit langer Zeit wieder in Führung. Man hatte ein wenig das Gefühl, dass die Gäste das Spiel nun zu ihren Gunsten drehen könnten. Doch diese Hoffnung wehrte nicht lange, denn Wolfach drehte das Spiel und ging mit 17:16 in Führung. Als Mitte des zweiten Durchgangs TVW-Spielmacher Marvin Storz verletzt ausfiel, sollte die eigentlich ein Vorteil für die Gäste sein. Doch nichts wurde daraus. Immer wieder ging es im Angriff über Einzelaktionen mit der Brechstange. Doch anstatt die Wolfacher Defensive zu zerstören, zerstörte man sich damit die eigene Chance auf wichtige Punkte durch Ballverluste. Selbst eine 19:18 Führung konnten die Bergstädter nicht nutzen. Im Gegenteil: die Gastgeber spielten ihre Angriffe, vor allem über Gudelius und Schmidt, routiniert und geduldig aus. Lohn war eine verdiente 21:19 Führung knapp fünf Minuten vor dem Ende. Zwar konnte der TVS nochmals auf 20:21 verkürzen, doch mehr war nicht drin. Die Gastgeber kauften den St. Georgenern in den Schlußminuten über eine kompakte Abwehr und einen starken Claudius Baumann zwischen den Pfosten den Schneid ab, und legten endgültig den Grundstein für den Heimsieg. Am Ende behielt Wolfach mit 23:20 die Oberhand. Für die Gäste war es mal wieder eine mehr als unnötige Niederlage die in der aktuellen Situation sehr schmerzt.
„Für uns wäre heute definitiv mehr drin gewesen. Wir haben die äußerst wichtigen Punkte selbst aus der Hand gegeben“, so ein enttäuschter Jürgen Herr.

Die Lage bei den St. Georgenern ist fünf Spieltag vor Saisonende mehr als prikär. Am kommenden Wochenende muss gegen den Tabellensechsten Sulz unbedingt ein Sieg her, um die theoretische Chance auf den Klassenerhalt aufrecht zu erhalten.

Für den TVS spielten:
Thomas Schwer, Jannik Kaltenbach (Tor), Paul Aßfalg (2/1), Jonas Hildebrand (1), Sven Waßmer, Marius Schiebeck (1), Theo Aßfalg (6), Niclas Grießhaber, Jan Linhard, Stephan Lermer (1), Patrik Papke (1), Mario Müller, Jonas Herrmann, Manuel Bürk (8)