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C-Jugend weiblich: Mit dem 3. Platz beim 25. Hohentwiel-Cup in Singen macht die wJC erstmals auf sich aufmerksam

  • 17 Sep

Was ist das für eine Mannschaft, die als Spielgemeinschaft der SG Schramberg und des TV-St. Georgen gleich in die Südbadenliga wollte? - 

Hatte doch keiner der Vereine in der letzten Saison eine C-Jugend am Start und die D-Jugenden sind im Bezirk Bodensee nicht bekannt.  Diese Frage wurde schon am Samstag am Rande des B-Jugend Turniers gestellt.

Die Antwort gaben die Mädchen selbst.

Erstmals machten sie auf sich aufmerksam, als sie gemeinsam mit ihrem neuen, neongrün leuchtendem Teamoutfit gutgelaunt die Halle betraten.  Es macht halt was her, wenn man (Frau) sich,  dank Unterstützung der Fahrschule Lermer und der Schwarzwälder Genußwerkstatt St. Georgen, wie die „Großen Vereine“ präsentieren kann und verstecken wollten sich die Mädchen keinesfalls.

Sowohl für die Mädchen als auch das Trainer/Betreuer-Trio Sabine, Conny u. Charline sollte die Turnierteilnahme eine Standortbestimmung vor dem Rundenbeginn sein und die letzte Möglichkeit unterschiedliche Aufstellungsvarianten zu testen.  Nach der notwendigen Teamfindungsphase, den ersten Testspielen und der langen Sommerpause war das Turnier überhaupt die erste Chance unter Wettkampfbedingungen zu spielen, denn erstmals stand nahezu das gesamte Team zur Verfügung.

Gleich im ersten Spiel gegen den Bezirksligisten TSG Blumberg zeigten die Mädels, dass nicht nur das Outfit stimmte. Eine gut stehende Abwehr, die den Gegner früh störte,  führte zu Ballgewinnen, die sofort zu schnellen Gegenangriffen genutzt wurden. Auch wenn der ein oder andere Ball durch technische Fehler verloren ging, muss man unterstreichen, dass die zwölf in den ersten 11 Minuten geworfenen Tore keine Einzelaktionen waren. Egal ob der Tempogegenstoß über rechts oder links kam, meist tauchten 2 – 3 Spielerinnen vor dem Blumberger Tor auf, sodass die beste Wurfposition erspielt werden konnte. War die Chance vorbei, wurde clever abgebrochen und das einstudierte Laufspiel vor der gegnerischen Abwehr begann. So konnten bis zum Spielende noch schöne Kombinationen bewundert werden. Die Trainer konnten beruhigt ausprobieren und durchwechseln.

So munter man auch beim Auftakt aufgespielt hatte, gegen den Ligakonkurenten SV-Allensbach, der gespickt mit SHV-Auswahlspielerinnen um die Meisterschaft mitspielen möchte, hatten die Mädels in den ersten 7 Minuten einen zu großen Respekt. Selbst unsicher und nervös verhinderte die bewegliche Abwehr von Allensbach, dass die Mädchen das eben noch funktionierende Laufspiel beginnen konnten. Unnötige Ballverluste im Angriff führten   zu schnellen Gegentoren, bei denen kaum ein Torwart Chancen hat. Auch wenn die Abwehr ansonsten recht solide stand, in dieser Phase des Spiels musste befürchtet werden, dass unsere Spielgemeinschaft auf diesem Niveau nicht mithalten kann. Hat man sich mit Südbadenliga doch zu viel vorgenommen? Wer dies dachte lag falsch. Für einige Spielerinnen ist ein 6 Torerückstand bei noch 12 verbleibenden Minuten kein Grund den Kopf in den Sand zu stecken. Als ob ein Schalter umgelegt wurde kam die Selbstsicherheit zurück und die Anweisungen der Trainerbank wurden besser umgesetzt. Auch gegen „große“ Mannschaften erkämpften sich die Mädels in der Abwehr Bälle, die wiederum für einfache Tore genutzt werden konnten und im Angriff erkannte man, dass der Gegner auch Möglichkeiten zuließ sofern man seine eigenen Möglichkeiten voll einsetzt. Eine tolle Moral bewiesen die Mädchen und holten Tor um Tor auf, denn plötzlich lief auf Allensbacher Seite nicht mehr alles rund. Unterm Strich war das Endergebnis 8 : 10 völlig in Ordnung und nach den ersten beiden Spielen durfte man bereits ein vorläufiges Fazit ziehen: „Wir sind auf dem richtigen Weg“.

Im dritten Rundenspiel gegen die gastgebende DJK Singen (Bezirksklasse) durfte nochmals getestet werden, denn auch in dieser Begegnung waren die Unterschiede Bezirksklasse zur Südbadenliga deutlich zu sehen. So hatten all die, die im vorherigen Spiel nicht zum Einsatz kamen, die Chance, ohne Druck ihr Können zu zeigen, was auch gelang.

Als Gruppen-Zweiter zogen die SG/TV-Mädels ins kleine Finale um Platz 3 ein. Hier sollten sie nun auf einen weiteren Ligakonkurenten stoßen. Die Mädchen des TuS Steißlingen hatten sich in der Gruppenphase in einem temoreichen Spiel auf recht hohem Niveau den SG Ottenheim/Großweier, ebenfalls Südbadenliga in der Gruppe Nord, geschlagen geben müssen. Die Ansage war klar: von Anfang an Vollgas, an sich selbst glauben und nicht wie gegen Allensbach die ersten Minuten verschlafen.

Gesagt getan. Motiviert bis in die Spitze der Zöpfe, hörte man den Schlachtruf der Mädchen auch vor der Halle. In der ersten Spielhälfte dominerten auf beiden Seiten die aggressiv aber fair agierenden Abwehrreihen, die wenige Gegentore zuließen. Erst als auf SG/TV-Seite die zugesprochenen 7-Meter sicherer verwandelt werden konnten, setzte sich die Truppe aus dem Schwarzwald mit zwei Toren ab. Es war ein kräftezehrendes Spiel, das auf beiden Seiten sowohl im Angriff als in der Abwehr von den Spielerinnen alles abverlangte. Beim Abpfiff nach 18 min. durfte sich dann unsere junge Mannschaft (außer 2 Spielerinnen sind alle Jahrgang 2000) über einen Sieg und somit den 3. Platz freuen.

Eine gelungene Prämiere für dieses Team, das eindrucksvoll unter Beweis stellte,  dass es zurecht von der Möglichkeit Gebrauch machte, ohne Qualifikation die Herausforderung  Südbadenliga anzunehmen.

Die Mädchen wissen nun, auf welches Abenteuer sie sich eingelassen haben, ab nun gibt es keine „einfachen“ Gegner mehr. Wenn es aber gelingt,  die aufgedeckten Schwächen zu verringern und die Spielfreude und den Teamgeist des Turniers mit in die Runde nehmen werden sie für einige Überraschungen sorgen, die erste Duftnote haben sie gesetzt. (H.-J. H.)