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C1m dreht die Partie und besiegt ZEGO

  • 06 Feb

In einer emotionsgeladenen Partie erkämpfte sich die JSG einen Sieg bei der JSG ZEGO. Die auswärtige JSG war gewarnt. Konnte man im Hinspiel zwar einen deutlichen Sieg einfahren, musste diesen allerdings hart erarbeiten. Zu achten hatte man vor allem auf ZEGO Ausnahmespieler Sebastian Bruder. Im Hinspiel traf er 12 Mal, vergangenen Sonntag dann sogar 16 Mal. Mitunter ein Grund, weshalb die JSG die Partie erst in den letzten 10 Minuten entscheiden konnte.

 

Die erste Hälfte lief sehr ausgeglichen. Nachdem die Gastgeber mit 3:5 vorlegten, konterten die Schwarzwälder und stellten den Spielstand auf 9:7 für die JSG. Bis dato kein schlechtes Spiel der Gäste, in der Endphase des ersten Durchgangs leistete man sich dann jedoch ein paar Fehler zu viel. Besonders leichtfertige Ballverluste wusste die „Mega-SG“ aus vier Vereinen eiskalt zu bestrafen. Mit einem Rückstand von 18:15 wechselte man die Seiten. Der Spielstand sagt bereits aus, dass die Probleme der JSG vor allem in der Abwehr lagen. Zu oft konnte ZEGO die 1:1 Situationen für sich entscheiden oder Raum schaffen für die wuchtigen Würfe von Bruder.

Die Gäste sammelten sich etwas in der Pause und nahmen sich vor, die Ruhe zu bewahren und sich keinesfalls von der immer wieder sehr aufbrausenden Atmosphäre in der Zunsweierer Sporthalle anstacheln zu lassen.

Bruder erhöhte nach der Pause mit seinem zehnten Treffer auf 15:19, dann aber startete die JSG ihre Aufholjagt. Herzstück dieser war eine nun wesentlich sattelfestere Abwehr, welche dann auch Torhüter Marcel Bertol zu einigen Paraden brachte. Nach knapp vier Spielminuten stand es nur noch 18:19 für die Heimmannschaft. Die Partie war wieder offen. Zwar konnte die JSG zum 22:22 ausgleichen, ZEGO legte aber in der Endphase mit 23:25 nochmals vor. Ein 6:0 Lauf der Gäste aus dem Schwarzwald war dann allerdings zu viel für die Ortenauer, denen scheinbar gegen Spielende die Körner ausgingen. Endstand 30:26.

Eine Partie mit Licht und Schatten. Den Unterschied am Ende machten jedoch sichtlich die deutliche Leistungssteigerung in der Abwehr und die Tatsache, dass man sich auch durch Rückstände nicht verunsichern lässt.

Ein Sieg der besonders gut tat. Taten nämlich die Zuschauer, die Mannschaft und auch der Betreuer- stab alles dafür um sich unbeliebt zu machen. Unser Sport ist schnell, hart und manchmal auch emotionsgeladen. Alles Dinge die Handball gleichzeitig so attraktiv machen. Es kann auch mal passieren, dass man einen Gegner hart erwischt. Oder, wie in diesem Fall, sich ein Spieler bei einem scheinbar harmlosen Kontakt weh tut. Die Schwere der Verletzung sei mal dahin gestellt. Man darf auch mal „motzen“, die Frage ist nur wie und in welchem Ton. Wenn ein erwachsener Mann, dessen KIND sich gerade Fair mit anderen KINDERN sportlich duelliert allerdings einen 14 jährigen Jungen mit den Worten (O-Ton) „Ha du bisch doch ä alte Drecksau“ bezeichnet sollte man sich schon Fragen was das denn soll.

Die JSG Schramberg/St.Georgen gab wie oben beschrieben darauf eine sportliche Antwort und damit war die Sache auch erledigt. Ich möchte hiermit nur nochmal betonen, dass wir sehr stolz sein können, dass unser Team es wohl versteht Tugenden wie sportlicher Ehrgeiz, Kampf, Leidenschaft und Emotionen mit Fairness und Respekt zu verbinden. Schön, dass man dies im hintersten Schwarzwald offensichtlich noch lernt. Grund dafür ist sicher auch, fehlendes Internet, Klamotten waschen am Bach und Stromerzeugung per Handkurbel. So könnte man es vielleicht dem einen oder anderen ZEGO Anhänger auch vermitteln. Er würde es glauben!

 

Beenden möchte ich meinen Bericht mit einem Zitat des Trainers aus dem Hinspiel „Henn ihr do hobe überhaupt Internet!?“ Alleine das sagt schon genug über die geistige Zurechnungsfähigkeit aus. Und macht die ganze Sache schon wieder so restlos lachhaft, dass man sich gar nicht damit befassen sollte und einfach nur dankbar sein muss nicht so zu sein.

Die C1 verabschiedet sich nun in eine vierwöchige Spielpause, ehe man dann die JSG mittlerer Schwarzwald zum Derby in der Roßberghalle empfängt.

Maximilian Bantle 1, Jonas Hüther 8, Luca Schreiner 5, Bastian Oesterle 5, Til Heß 1, Marvin Böhlefeld 10/4, Erik Groh, Birk Räuber, Marcel Bertol